Warum – und wie – ich mein Liebesleben drastisch verändere

Warum und wie ich mein Liebesleben drastisch verändere

2016 war für mich das Jahr der unzähligen, nicht endend wollenden Dates, Affären, One-Night-Stands und Tête-à-Têtes mit Ehemaligen. Nun kann ich betrübt, verärgert und frustriert ins neue Jahr starten – oder ich kann auf die Erfahrungen, die ich gemacht habe, zurückblicken und daraus lernen.

Ich liebe es, Single zu sein, und ich liebe Dates. Ich weiß aber auch, dass es viele Warnzeichen gibt, die ich bisher bewusst ignoriert habe und der Gefühlsfalle direkt in die offenen Arme gelaufen bin. Das soll sich jetzt ändern. Ob es darum geht, betrunken das Handy aus der Hand zu legen oder über konsequent Verhütung zu nutzen, es sind die kleinen, entscheidenden Dinge, die mir immer wieder einen Kurztrip in die Emo-Hölle beschert haben.

Für diejenigen, die auch unter den Folgen des lapidaren Datings gelitten haben, für mich selbst und damit 2017 kein weiteres Minenfeld wird, habe ich im Folgenden neun Regeln aufgestellt, die ich im neuen Jahr versuchen will, zu befolgen.

Insta-Stalking

Ich will aufhören, mich creepy durch die Instagram-Accounts der Menschen zu scrollen, mit denen ich schlafe. Und damit meine ich nicht das eigentliche Scrollen durch das Feed einer Person, sondern das detaillierte Nachvollziehen ihrer Insta-Aktivität und der Fotos, auf denen sie markiert sind. Außerdem werde ich aufhören, jede Frau genauer unter die Lupe zu nehmen, die auf einem der Bilder zu sehen ist. Und ich möchte nicht weiter die Bilder derer untersuchen, denen er laut „Aktivitäten“-Feld folgt. Ich habe gemerkt, dass ich so viel mehr in ein Bild und ein Like interpretiere als eigentlich nötig.

Loslassen

Es ist schon beängstigend, wie lange sich Gefühle auch nach einer Trennung noch in einem festkeilen. Und das hat nicht einmal zwangsläufig etwas damit zutun, wie die Vibes während der Beziehung so waren. Manche Menschen sind schlicht einfacher zu überwinden als andere. In diesem Jahr möchte ich ganz bewusst versuchen, nicht mehr allzu lange in Wut und Trauer zu schwelgen. Stattdessen möchte ich es Prinzessin Elsa gleichtun, meine Devise für den Umgang mit Trennungen lautet 2017 demnach: Let it go.

Verhütung

Meist bin ich super vorsichtig, was meine Bettpartner angeht. Aber manchmal kommt es eben doch zum vaginalen Russisch Roulette. Es ist weder clever, noch sonderlich erwachsen. Deshalb nehme ich mir dieses Jahr vor, durchgehend auf Verhütung zu bestehen und somit dem Arzt keine Notfallbesuche mehr abstatten und auch nicht ständig HIV-Tests machen zu müssen.

Alkohol & Beziehungstalk

Man geht eine Zeit lang miteinander aus, lernt die Freunde des anderen kennen. Es gibt leidenschaftliche Nächte, wie auch sexlose Übernachtungen. Es fühlt sich soweit alles gut an, aber man weiß nicht so recht, wohin das eigentlich führt. Und dann setzt sie an, die Panik vor dem Gespräch. Das Gespräch, das potenziellen Schaden anrichten kann. Das Gespräch, in dem die vorerst alles entscheidende Frage fallen soll: „Was ist das zwischen uns beiden? Wo soll das hinführen? Gehst du noch mit anderen aus?“

Im vergangenen Jahr habe ich das zweimal nur unter Alkoholeinfluss hinbekommen. Ich musste mir Mut antrinken, um lockerer zu werden. Das Problem: Am nächsten Tag kann man meist nicht mehr genau einschätzen, ob das alles nur liebes- und betrunken galt oder ob die Unterhaltung Hand und Fuß hatte. Im schlimmsten Fall kann man sich nicht einmal mehr daran erinnern. Auch damit höre ich von nun an auf.

Booty Calls & Sex mit der/dem Ex

Wer abends unterwegs ist, Reize wahrnimmt und vielleicht etwas aufgewühlt nach Hause kommt, kennt das Bedürfnis, den oder die Ex anzurufen, ihm oder ihr zu schreiben oder sich an die chronische Affäre zu wenden. Das alles hat mich meiner Meinung nach in der Vergangenheit daran gehemmt, mich auf neue Menschen einzulassen. Und noch schlimmer: Es hat mich oft sogar zurückgezogen in den Abgrund der Vergangenen.

Der Wink mit dem Zaunpfahl

Kostet es dich auch mehrere Anläufe, um eine Nachricht zu verschicken? Überlegst du oft, bevor du zum Hörer greifst? So kompliziert sollte das nämlich eigentlich gar nicht sein. Wenn zwei Menschen Lust aufeinander haben und darauf, sich zu sehen und miteinander zu sprechen, dann sollte man in der Regel einen einfachen und eindeutigen Weg der Kommunikation finden und nicht viele Spiele darum herum inszenieren müssen.

Vor diesem Hintergrund möchte ich versuchen, nicht mehr so viel um den heißen Brei zu reden und zu schreiben. Wenn ich etwas will, dann muss ich es klar ausdrücken. Kein Schischi, kein zweideutiges, halbherziges Geflüster.

Dasselbe gilt für Menschen, die auf meine eindeutigen Signale möglicherweise nicht reagieren. Wenn es mehrere Anläufe braucht, um dann ein „Ok“ zu erhalten, dann muss ich in diesem Moment verstehen, was da vor sich geht, und mir vor Augen halten, dass die Menschen, die mich sehen wollen, mich auch zu sehen kriegen.

Alhohol & SMS

Sexting, wütende Hassnachrichten, betrunkene Liebesbekundungen: Sobald ich ein paar G&Ts intus habe, sollte man mir das Handy aus der Hand nehmen und es an einem mir unbekannten Ort verstauen. Das klingt nach einem Klischee, ist aber durchaus oft die Wahrheit.

Dieses Jahr werde ich versuchen, vorzusorgen. Ganz einfach, weil ich alt genug bin und mich nicht immer auf meine Freunde verlassen sollte. Zumal man auch nicht immer unter Menschen ist, wenn das passiert ist. Wer kontrolliert mich sonst abends, wenn ich betrunken nach Hause komme? Also werde ich versuchen, das Handy gelegentlich zu Hause zu lassen und mich vor allem auch zusammenzureißen, wenn ich es doch dabei haben sollte.

Sex mit Musikern & Künstlern

Wenn ein bisschen Geplänkel auf der Akustikgitarre des Vaters, ein paar Schläge auf dem Schlagzeug der älteren Schwester oder semi-professionelles Gejodel ins Mikro die Haupteinkommensquelle deines Schwarms darstellen, solltest du sie oder ihn nicht näher als 1 Meter an dich ranlassen.

An alle sexy Buchhalter da draußen: Meldet euch bei mir!

Selbstwert & Ehre

Du bist der Meinung, du wirst nicht gut genug behandelt? Dann ist Zeit für den Aufbruch.

2016 habe ich, ehrlich gesagt, zu viel Zeit mit Menschen verbracht, die sich meiner zu sicher waren und mich nicht ausreichend zu schätzen wussten. 2017 höre ich also auf den bekannten Dating Guru Mark Twain, der einst sagte: „Erlaube niemandem, deine oberste Priorität zu werden, wenn du nur eine Option für sie bist.“ Heißt: Kenne deinen Selbstwert & halte ihn in Ehren.


Dieser Artikel erschien zuerst bei Refinery29
Autorin: MARTHA FLYNN

 

 

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