Manche mögen’s heiß: Das Spiel mit der Temperatur

Heiß, heiß Baby! Temperaturspiel (engl. temperature play) ist eine sexuelle Praktik, die zum BDSM gezählt wird. Dabei werden erwärmte bzw. gekühlte Objekte und Substanzen dazu genutzt, das sinnliche Empfinden zu verstärken. Wie Ihr diese Art des Liebesspiels auf einfache Weise für Euch entdecken könnt, erfahrt Ihr im Folgenden.

Darum kann Temperaturspiel erregend sein

Beim Temperaturspiel kann das Machtspiel eine erregende Rolle spielen. Wie beim BDSM üblich begibt sich dazu ein*e Partner*in in die dominante, bestimmende Rolle, während der*die andere sich devot unterwirft. Die Unterwerfung manifestiert sich häufig darin, dass der passive Partner gefesselt oder in seiner Bewegungsfreiheit zumindest eingeschränkt wird. Der Devote wird dann mit kalten und warmen Spielzeugen und Flüssigkeiten geneckt. Diese Berührungen werden vom passiven Partner häufig als prickelnder Lustschmerz wahrgenommen. Wir haben für Euch ein paar softe Varianten des Temperaturspiels für den Einstieg herausgesucht, die Ihr einfach beim Solo oder zusammen mit einem*r Partner*in ausprobieren könnt.

Einsteiger*innen-Ideen zum Temperaturspiel

#Feuchter Start

Macht warme oder kalte Flüssigkeiten zu Eurem Spielzeug. Alles was Ihr braucht, ist ein herkömmliches Massageöl. Legt das Öl (in der Verpackung) zum Erwärmen kurz in ein warmes Wasserbad oder zum Abkühlen in den Kühlschrank. Wer einen anhaltend wärmenden Effekt wünscht, kann auch auf ein wärmendes Massageöl zurückgreifen. 

Bevor Ihr beginnt mit der Flüssigkeit zu spielen, testet die Temperatur vorher auf Eurem Handrücken. Das warme Massageöl könnt Ihr anschließend, wie warmes Wachs einer Kerze über den Rücken des*der anderen träufeln – der perfekte Einstieg für eine anregende Massage. Das gekühlte Öl könnt Ihr über die Nippel oder Innenschenkel träufeln lassen. Diese erogenen Zonen sind besonders empfänglich für Kälte. Vergesst nicht ein Handtuch unter Euch zu legen, damit kein Öl auf die Möbel gelangt.

#Kaltes Händchen, heiße Bälle

Ein einfacher Eisbeutel kann sehr vielseitig sein. Mit ihm könnt Ihr zum Beispiel die eigenen Hände abkühlen und so die Handarbeit noch spannender machen. Haltet die Hoden in einer Hand, während die andere Hand den Penisschaft verwöhnt. 

Ein Tipp für die Männer! Die Hoden zu erwärmen, kann sich beim Masturbieren unglaublich prickelnd anfühlen und das Solo intensivieren. Dazu könnt Ihr die Bälle in ein warmes Wasserbad oder an eine warme (nicht heiße!) Heizung halten. Stimuliert dazu einfach den Penisschaft und genießt das Erlebnis.

#Warme Worte

Es kann aufregend sein, den Mund vor dem Oralsex aufzuwärmen. Wie? In dem Ihr eine Tasse warmen Tee trinkt. Mit Pfefferminztee könnt Ihr das orale Liebesspiel sogar noch aufregender machen. Minze sorgt nämlich zum warmen Teewasser für einen prickelnden, kühlenden Effekt. 

Denkt dran: Trinkt den Tee lieber ungesüßt, Zucker kann zu einer Pilzinfektion der intimen Schleimhäute führen.

#Ein Hauch von Sinnlichkeit

Warme Luft und zwar Atemluft, die zart über die Haut streichelt, kann sehr erregend sein – vor allem am Hals, im Nacken, in der Lendengegend oder um die Nippel herum. Verbindet Euch zu diesem Spiel gerne die Augen oder fesselt Euch gegenseitig, das wird Euren devoten Spielgefährten sicher nicht kalt lassen. 

#Sextoys erwärmen und kühlen

Manche Sextoys – wie beispielsweise aus Glas oder Metall – eignen sich super für Temperaturspiele, weil sie Wärme und Kälte gut speichern können. Legt das Toy für kurze Zeit in den Kühlschrank oder legt es in ein Wasserbad, um es zu erwärmen. Bevor Ihr das Spielzeug einführt, testet die Temperatur und das Gefühl vorher auf einer anderen Hautstelle Eures Körpers. 

#Der warme Schaft

Zieht Euren Penis während des Sex immer wieder aus ihr*ihm heraus und taucht das beste Stück in ein warmes (nicht heißes!) Wasserbad. Alternativ könnt Ihr auch auf warmes Öl zurückgreifen. Dringt nun wieder in sie*ihn ein. Die Wärme des Penis fördert die Blutzirkulation. Das wiederum steigert ihre*seine Erregung und macht den Sex noch intensiver für den*die andere. 

#Raumtemperatur

Die Zimmertemperatur kann ein großartiger Weg sein, mit den Sinnen zu spielen, vor allem wenn das Wetter draußen extrem kalt oder unglaublich heiß ist. Im Hochsommer auf kühlen Fließen zu lieben oder im Winter auf einem kuschligen Teppich, vor einer warmen Heizung, bieten eine feurige Priese für intime Abenteuer.

#Wachsspiele

Das Wachsspiel ist eine der bekannteren BDSM-Praktiken, die Wärme mit ins Spiel einbezieht. Dafür kann man nicht jede Kerze verwenden. Je nach Inhaltsstoffen können sich herkömmliche Kerzen auf bis zu 80 Grad erwärmen, was sie untauglich für das Temperaturspiel macht. Sojakerzen (46-57 Grad), Paraffinkerzen (47-65 Grad) und Bienenwachskerzen (62-65 Grad) sind zum Beispiel geeignet für Wachsspiele.

Einsteiger*innen können das Wachsspiel zunächst mit einer Massagekerze erkunden. Diese besonderen Kerzen werden nach dem Entzünden zu flüssigem Massageöl, das warm aber nicht heiß ist. So kann das Öl dann langsam auf den Körper des*der anderen geträufelt werden, um diese*n danach mit einer wärmenden Massage zu verwöhnen. 

Sicherheit geht vor

Damit es nicht zu unangenehmen Gefühlen während des Temperaturspiels kommt, prüft die warmen und kalten Gegenstände sowie Substanzen vorher an einer Körperstelle, wie zum Beispiel dem Handrücken. Auf verletzten Hautpartien sollten Spiele mit der Temperatur vermieden werden. Wenn Ihr Euch zum Spiel mit der Temperatur noch fesselt oder die Augen verbindet, legt ein paar Regeln fest. In unserem Artikel Safeword & Co. findet Ihr praktische Tipps für ein sicheres BDSM-Spiel.

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