Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Pride Month

(Bild: Cecilie Johnsen/Unsplash)

Der Juni ist bunt, laut und dient dazu, ein Zeichen zu setzen Für Gleichberechtigung, Toleranz und Verständnis. Die LGBTQIA+ Community und ihre Unterstützer*innen haben weltweit schon viel erreicht, doch auch im Jahr 2022 gibt es noch viel zu tun. Dabei wollen auch wir von AMORELIE helfen, denn wir unterstützen Liebe jeglicher Form – getreu unserem Motto: Sex your way!!

Wir haben einige der wichtigsten Fragen rund um den Pride Month beantwortet, die viele Menschen bewegen. Denn wir sind überzeugt, Aufklärung ist der Schlüssel zu Akzeptanz, Liebe und Gleichberechtigung.

Wie ist der Pride Month entstanden?

In den Sechzigern und bis in die Siebziger hinein kam es in New York vermehrt zu gewalttätigen Razzien in Bars und Clubs, die einen Ruf als queere Lokalitäten hatten. Der Grund: vermeintlich „anstößiges Verhalten“. So wurden damals bereits kleine Gesten der Zuneigung bezeichnet. Die Polizei störte sich auch am Geschehen im Stonewall Inn in der Christopher Street, wo sich viele Personen der LGBTQIA+ Community trafen, um zu feiern. Als am 28. Juni 1969 dort Kontrollen durchgeführt wurden, wurde eine lesbische Besucherin schikaniert, doch diesmal wehrten sich die Gäste und der Aufstand führte zu Krawallen, die sechs Tage andauerten und als Stonewall-Aufstände in die Geschichte eingingen. Der Juni wird seitdem als queerer Monat gefeiert und ist inzwischen auch international bekannt.

Übrigens: Der frühere US-Präsident Bill Clinton war im Jahr 2000 der erste Staatsmann im Amt, der den Pride Month offiziell als „Gay and Lesbian Pride Month” anerkannte.

Warum heißt es Pride Month?

Der Name „Pride“ geht auf die bisexuelle Aktivistin Brenda Howard zurück, die in New York in der Gay Liberation Front tätig war. Ihr Spitzname lautete „The Mother of Pride“ und sie war es auch, die den ersten Pride-Umzug mitorganisierte, um an den Jahrestag der Stonewall-Aufstände zu erinnern.

Woher stammt die Regenbogenflagge?

Die Regenbogenflagge, die auch als Pride-Flagge bekannt ist, wurde 1978 von Künstler, Designer und Gay-Rights-Aktivist Gilbert Baker kreiert. Harvey Milk, einer der ersten offen schwulen Politiker der USA, hatte ihn mit dieser Aufgabe betraut. Als Inspiration diente ihm die gestreifte US-amerikanische Flagge. Das Rot-Weiß ersetzte er jedoch mit den Farben des Regenbogens, welche die Vielfalt der LGBTQIA+ Community symbolisieren.

Was ist Pinkwashing?

Als Pinkwashing bezeichnet man Solidaritätsbekundungen, die nur Marketingzwecken dienen, aber nicht die tatsächliche Einstellung eines Unternehmens widerspiegeln. Gerade während des Pride Month zeigen viele Firmen Flagge, doch schaut man hinter die Fassade, zeigt sich noch immer eine weniger diverse Unternehmenskultur. Der Begriff ist angelehnt an das populäre Greenwashing, bei dem sich Firmen gern ein nachhaltiges Image verpassen, ohne tatsächlich die Umwelt zu entlasten.

Warum ist der Pride Month auch heute noch wichtig?

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cc: Jen Krause

Zwar stuft die WHO Homosexualität seit über 30 Jahren nicht mehr als Krankheit ein, dennoch ist diese Tatsache offenbar noch immer nicht bei jedem Menschen angekommen. In einigen Ländern steht gleichgeschlechtliche Liebe sogar unter Strafe. Beim Thema Transsexualität hat die Weltgesundheitsorganisation erst 2018 reagiert, sodass Transgender-Personen nicht länger als psychisch krank eingestuft werden. Gleiches Recht für alle Menschen gilt weltweit aber nach wie vor nicht. Dies zeigt sich auch beim Adoptionsrecht und vielen weiteren individuellen Lebensentscheidungen, die auch Intersexuellen den Alltag erschweren. Nicht nur auf politischer Ebene müssen LGBTQIA+ Benachteiligung fürchten, auch im Alltag kommt es immer wieder zu Anfeindungen. Genau deshalb und aus vielen weiteren Gründen ist der Pride Month heute genauso wichtig wie damals.

Was ist der Unterschied zwischen Pride Month und Christopher Street Day?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz feiern wir immer noch vermehrt den Christopher Street Day (kurz CSD), der im Juli oder August in größeren Städten mit Straßenumzügen, Musik und Kundgebungen zelebriert wird. Auch diese Feierlichkeiten gehen auf die Geschehnisse im Stonewall Inn zurück, das in New Yorks Christopher Street liegt. Im Gegensatz zum CSD, der in verschiedenen Städten an konkreten Tagen im Jahr gefeiert wird (zum Beispiel am 23. Juli 2022 in Berlin), rahmt der Pride Month sämtliche von der LGBTQIA+ Community organisierten Aktivitäten im Juni ein. So zum Beispiel auch die Cologne Pride, die am 18. Juni 2022 startet und mit dem CSD-Umzug am 3. Juli endet.

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