Sexualtherapie: Wie Du sexuelles Wohlbefinden erlernen kannst

Sexualtherapie kann bei der Bewältigung von sexuellen Problemen helfen
(Bild: Imam Fadly/Unsplash)

Sexualtherapie ist ein Begriff, der bei Menschen die unterschiedlichsten Assoziationen hervorruft. Die einen verbinden Positives damit, die anderen ziehen sich hingegen vielleicht sofort vor Scham zurück. Schließlich gehört das Sprechen über Sex zu den intimsten Themen, die wir behandeln können – und das dann auch noch mit einem*einer Fremden? Dabei solltest Du allerdings wissen: Sexualtherapie kann eine wertvolle Unterstützung für Menschen sein, die sich mit sexuellen Problemen konfrontiert sehen.

Was ist Sexualtherapie?

Sexualtherapie ist eine spezialisierte Form der Psychotherapie, die sich auf die Behandlung von sexuellen Problemen und Störungen konzentriert. Therapeut*innen haben hierfür eine spezielle Weiterbildung absolviert oder an spezifische Seminaren teilgenommen. So können sie Menschen helfen, individuelle Schwierigkeiten ihres Sexuallebens zu verstehen und zu bewältigen.

Sexualtherapeut*innen, manchmal auch Sexcoaches genannt, sind also qualifizierte Fachleute, die sich auf die Arbeit mit sexuellen Problemen spezialisiert haben. Sie können unterschiedliche berufliche Hintergründe haben – so haben sie vielleicht eine psychotherapeutische Ausbildung, sind Mediziner*innen oder Sozialpädagog*innen. In der Sextherapie können Solo-Themen besprochen werden, aber auch Paare können die zugrunde liegenden Ursachen für sexuelle Probleme erforschen, um Lösungen zu finden.

So läuft die Sexualtherapie ab

Sexualtherapie hat schon vielen Paaren geholfen
(Bild: Transly Translation Agency/Unsplash)

So individuell wir alle sind, so maßgeschneidert muss auch die Sexualtherapie ablaufen. Dennoch lässt sich pauschal sagen: Während der Therapiesitzungen werden vorhandene Störungen aufgespürt, man begibt sich gemeinsam auf Ursachenforschung und analysiert die Lebensgeschichte und das Sexualleben. Nach einem Erstgespräch und dem Abstecken von Zielen und Themen untersuchen Therapeut*innen möglicherweise die Reaktion von Körper und Geist auf Lust und Erregung oder analysieren, wie sich Konflikte in der Beziehung auf das Sexualleben auswirken.

Natürlich gibt es auch klare Regeln in der Sexualtherapie – sie ist kein Raum für unangemessenes Verhalten. Kein*e seriöse*r Therapeut*in würde beispielsweise je von Euch verlangen, sexuelle Handlungen vorzuführen. Allerdings sind Offenheit und Engagement der Schlüssel zum Erfolg: Je mehr Ihr von Euch erzählen könnt und über das sprecht, was Euch bewegt, umso größer ist der Therapieerfolg. Wichtig zu wissen ist auch: Manche Probleme können auch körperlicher Natur sein – so zum Beispiel Potenzprobleme oder Scheidentrockenheit. Dessen solltet Ihr Euch bewusst sein und auch dahingehend medizinische Schritte unternehmen.

Wann sollte ich eine Sexualtherapie machen?

Eine Sexualtherapie ist immer dann ratsam, wenn sexuelle Probleme Deine Lebensqualität beeinträchtigen. Typische Probleme können sein:

  • Sexsucht
  • Pornosucht
  • Fehlendes Selbstvertrauen beim Sex
  • Sexuelle Funktionsstörungen
  • Orgasmusschwierigkeiten
  • Sexuelle Ängste
  • Mangelnde Libido
  • Schwierigkeiten bei der sexuellen Orientierung

All das können Themen sein, die Du nicht gern persönlich mit einer anderen Person besprechen möchtest. Wenn Du Dich nicht mit dem Gedanken anfreunden kannst, zur Sexualtherapie zu gehen, kommt für Dich vielleicht auch ein Onlinekurs infrage. Diesen kannst du in vertrauter Umgebung absolvieren und so mehr über Dich und Dein Sexualleben erfahren.

Sexualtherapie hat viele Vorteile

Zusammenfassend lässt sich sagen: Sexualtherapie kann das sexuelle Wohlbefinden und die Beziehungen zu anderen Menschen positiv beeinflussen. Du kannst dadurch nicht nur ein selbstbewussteres Verhältnis zu Deinem eigenen Körper aufbauen, sondern auch sexuelle Signale besser für Dich deuten. So erlangst Du mehr Klarheit und förderst Dein Vertrauen in Deine eigenen Fähigkeiten. Nicht zu unterschätzen ist auch, dass Sexualtherapie den gegenseitigen Respekt und die emotionale Verbindung innerhalb einer Beziehung stärkt.

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