Keine Lust auf Sex: Ist eine Flaute Grund zur Sorge?

Keine Lust auf Sex

„Das letzte Mal ist schon ganz schön lange her…“ – haben wir noch genug Sex? Solche Gedanken geistern oft durch die Köpfe von Paaren in Langzeitbeziehungen. Obwohl es ganz normal ist, dass der Sex im Lauf der Jahre weniger wird und man auch mal keine Lust auf Sex hat, beunruhigt so eine Sexflaute oft und gibt Anlass zu Sorgenfalten. Warum das gar nicht sein muss und was Du tun kannst, um gegen den Libidoverlust anzugehen, liest Du hier.

Keine Lust auf Sex: Wie oft ist „normal“?

Haben wir genug Sex? Diese Frage beunruhigt beinahe jedes Paar an irgendeinem Punkt in ihrer Beziehung. Sei es, weil es gerade Stress auf Arbeit oder in der Familie gibt, ein Umzug ansteht, man ein Kind zusammen bekommen hat oder man einfach nur gerade kein Interesse an körperlicher Nähe verspürt. Schwankungen der Lust sind je nach Lebensphase völlig normal. Verschiedene Lebensabschnitte verändern auch die körperlichen Bedürfnisse und so kommt es zu Libido-Hochs und -Tiefs, zu Orkanstürmen und lauen Lüftchen. Aber wann überschreitet eine kleine Sexflaute einen Punkt, an dem es kritisch für die Beziehung wird?

Lassen wir zunächst nackte Zahlen sprechen: 34% der Deutschen haben mehrmals im Monat, 30% mehrmals pro Woche Sex. Jede/r 4. Deutsche hat einmal im Monat oder seltener Sex hat. Nur 3% tun es jeden Tag. Das ergab der AMORELIE Sexreport „So lieben wir“ 2017. Unabhängig von Geschlecht und Beziehungsstatus hat also die Mehrheit der Deutschen durchschnittlich mehrmals im Monat Sex. Ist das also die „richtige Menge“?

Nein. Einen allgemeinen Richtwert für die ideale Häufigkeit von Sex in einer Partnerschaft gibt es nicht. Ebensowenig gibt es einen festen Zeitpunkt (1-Monats-Marke, 1-Jahres-Marke?), an der die Lustermüdung bedenklich für die Beziehung wird – jedes Paar ist anders. Der (fehlende) Sex stellt erst dann eine Gefahr für die Beziehung dar, wenn sich die Gedanken, Ängste oder sogar Streitigkeiten nur noch darum drehen.

Wie viel Sex braucht (m)eine Beziehung?

Ganz einfach: Genau so viel, wie beide möchten. Wie oft will der eine, wie oft der andere und was ist zeitlich machbar? Man trifft sich irgendwo in der Mitte und hat damit die Antwort.

Keine Lust auf Sex

Studien und Beobachtungen von Psychologen zufolge ist es der normale Lauf der Dinge, dass der Sex in einer langen Beziehung seltener wird. Das ist weder ein schlechtes Omen noch ein Anzeichen dafür, dass die Liebe schwindet. Das Gegenteil ist oft der Fall: Die Liebe ist gewachsen, aus Verliebtheit und Verlangen wurde Vertrauen und eine verlässliche Partnerschaft, in der man auch Sorgen, Ängste und Alltag teilt. Dadurch wiederum verschieben sich die Prioritäten und die glühendheiße Leidenschaft sinkt irgendwann auf verträgliche Zimmertemperatur.

Es gibt Paare, die auch nach 20 Ehejahren kaum die Finger voneinander lassen können, für andere wiederum ist Sex in einer Beziehung nicht elementar und sie schlafen lieber nebeneinander statt miteinander. Wenn beide Partner sich lieben, respektieren und gut verstehen und mit wenig(er) oder sogar gar keinem Sex glücklich und zufrieden sind, besteht kein Problem. Kritisch wird es nur dann, wenn kein Kompromiss bei der Häufigkeit der Schlafzimmer-Action gefunden werden kann und ein Partner durch das permanente Lustgefälle unter Druck gerät.

Keine Lust auf Sex – Grund zur Sorge?

Keine Lust auf Sex zu haben ist kein seltenes Phänomen und bestimmt nicht gleich ein Grund zur Sorge. Sie kann unterschiedlichste Ursachen haben kann – körperliche, seelische, äußere Umstände oder Unstimmigkeiten in der Partnerschaft. Es ist wichtig, herauszufinden, ob Du generell keine Lust auf Sex hast, oder ob es an der Lust in der Partnerschaft liegt. Ersteres kann durchaus hormonelle, medikamentöse oder psychologische Ursachen haben, die gar nichts mit der Beziehung zu tun haben. Hier kann ein Arzt helfen – sprich das Thema ruhig offen und ehrlich an.

Auch eine schwierige Lebensphase oder große Veränderungen im privaten, beruflichen oder familiären Kreis können einen Libidoverlust mit sich bringen. Die gesamte Energie wird dann dafür gebraucht und es ist kaum noch etwas für amouröse Abenteuer im Schlafzimmer übrig. Hierbei handelt es sich um eine vorübergehende Phase bzw. Sexflaute, die sich oft von selbst wieder einpegelt und nicht gleich überbewertet werden sollte. Am häufigsten schwindet die Lust auf Sex jedoch im Alltag aufgrund von Routine und dem Fehlen von neuen sexuellen Reizen. Hiergegen kann aktiv vorgegangen werden – wir erklären Euch, wie.

Tipps gegen Libibidoverlust

Das Wichtigste vorab: Habt Spaß! Solange ein Partner oder sogar beide Sex als Pflichterfüllung in der Beziehung ansehen („Das letzte Mal ist schon so lange her…“, „Wir sollten mal wieder..“), wird sich nichts weiter regen außer Frustration. Sex soll aber Spaß machen! Dafür ist es wichtig, die Leichtigkeit ins Liebesleben zurückzuholen – ohne Druck, Erwartungen oder Pflichtgefühle.

Libidoverlust

Tipp 1 – Liebe Dich

Um das eingeschlafene sexuelle Verlangen zu wecken, muss man sich auch wie ein sexuelles Wesen fühlen. Fang bei Dir selbst und Deinem Körper an – Body Positivity ist das Stichwort. Es ist wichtig, sich selbst (wieder) zu lieben, sich sexy und wohl in seiner eigenen Haut zu fühlen – im wahrsten Sinne des Wortes: Die Haut ist unser größtes Organ und will gepflegt werden. Verwöhne Dich mit Schaumbädern, Peelings, Saunabesuchen, Masken, feuchtigkeitsspendenden Cremes und Massagen. Auch eine neue Frisur (oder Intimrasur), ein betörendes Parfüm oder neue schöne Dessous können das Selbstbewusstsein pushen.

Selbstbefriedigung kann helfen, das Gefühl für den eigenen Körper und die eigene Lust zurückzuerobern. Masturbation ist nämlich keine bloße Ersatzbefriedigung, sondern wohltuend, gesund und eine Bereicherung für Dein gesamtes Liebesleben – egal, ob Du dabei an Deinen Schatz, Ryan Gosling oder Deine Nachbarin denkst.

Tipp 2 – Mehr Abstand oder mehr Nähe?

Keine Lust auf Sex, weil Dir die Nähe und Verbindung zu Deinem Partner fehlt oder Du Dich von ihm/ihr allein gelassen fühlst? Libidoverlust hängt oft auch mit einer schleichenden Entfremdung in einer Beziehung zusammen. Fordere mehr Zweisamkeit ein, such die (körperliche) Nähe und verbringe mehr Zeit mit ihm/ihr – so kann die Lust neu erblühen. Andere Paare brauchen schlicht und einfach mal wieder etwas Distanz oder Abstand voneinander (wenn auch nur für eins, zwei Tage), um sich wieder vermissen zu können. Das regt die Libido ungemein an. Das ständige Zusammensein und das Verschmelzen zu einer funktionierenden Einheit können ein Lustkiller sein. Vor allem dann, wenn der oder die Liebste nur noch beispielsweise in seiner Rolle als Vater oder Mutter gesehen wird, statt als Liebespartner.

Tipp 3 – Schaffe neue Reize

Sprich mit Deinem Partner über schöne Erlebnisse in der Vergangenheit oder schmiedet (Urlaubs)Pläne für die Zukunft. Unternehmt gemeinsam etwas Neues, werdet beim Sport aktiv oder in einem Kunstkurs, lernt eine Fremdsprache gemeinsam oder geht mal wieder mit Freunden aus. Das bringt frischen Wind, neuen Gesprächsstoff und macht den Partner wieder interessant und spannend – vergiss nicht: Das Gehirn ist unser größtes Lustorgan.

Tipp 4 – Eine Entdeckungsreise

Sex ist nicht nur Geschlechtsverkehr! Sex ist Nähe, Kuscheln, Küssen, Streicheln und Entdecken. Oft kommen in Langzeitbeziehungen das Vorspiel und innige Küsse viel zu kurz. Sex besteht dann leider oftmals nur noch aus dem üblichen Rein-Raus-Fertig. Mach Dir bewusst, dass Dein Körper und der Deines Partners unzählige erogene Zonen besitzt – und nicht nur Penis und Vagina. Experimentiert gemeinsam mit Sextoys oder lasst Euch von erotischen Filmen oder Romanen inspirieren. Das Ziel ist nicht der Orgasmus, das Ziel ist der Spaß auf dem Wert dorthin!

 

Empfehle den Artikel weiter:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.