Zervixschleim: Fruchtbare Tage bestimmen & mehr

Mit Zervixschleim fruchtbare Tage bestimmen

Zervixschleim ist etwas ganz Natürliches, Gesundes und verrät Dir so einiges über Deinen Körper. Du kannst mittels dieses Sekrets nämlich Deine fruchtbaren Tage bestimmen und somit Deine Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen bzw. es zur Unterstützung Deiner Verhütungsmethode nutzen. Hier erfährst Du, wie Du Deinen Zervixschleim richtig beobachtest, kategorisierst und deutest. Eine spannende Körpererfahrung! 

Was ist Zervixschleim?

Zervixschleim ist ein Sekret, das von den Drüsen im Gebärmutterhals (Zervix) gebildet wird. Die meisten Frauen kennen ihn in Form von Ausfluss am Scheideneingang, am Toilettenpapier oder im Slip. Mal ist gar nichts zu sehen, mal ist es nur ein kleiner, trockener Fleck und manchmal ist es feucht. Dies ist kein Grund zur Sorge, denn Ausfluss ist sinnvoll und hat eine wichtige Schutzfunktion. Er spült ungebetene Gäste wie Bakterien und Pilze hinaus und verhindert das Eindringen von Keimen. Somit hält der Schleim die Vagina auf natürlichem Wege sauber und den Intimbereich gesund.

Die Konsistenz des Zervixschleims verändert sich mit dem weiblichen Menstruationszyklus und gibt Anzeichen auf Eisprung und fruchtbare Tage. Obwohl der Schleim bei jeder Frau unterschiedlich (stark) ausgeprägt ist und durch das Alter und andere Faktoren beeinflusst wird, ist die Veränderung im Verlauf eines Zyklus bei allen Frauen gleich. Während der unfruchtbaren Tage blockiert der dickflüssige Schleim das Weiterwandern der Spermien und verschließt den Muttermund. In den fruchtbaren Tagen wird er flüssiger, begünstigt die Reise der Spermien zur Gebärmutter und somit die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft.

Verhüten mit der Zervixschleim-Methode

Die Zervixschleim-Methode oder auch Billings-Methode ist eine Methode der natürlichen Familienplanung. Frauen beobachten hierbei regelmäßig ihren Zervixschleim, um fruchtbare Tage zu erkennen und an diesen zusätzlich mit einem Kondom o.ä. zu verhüten. Darüber hinaus lässt sich die Billings-Methode selbstverständlich auch einsetzen, um die Chance auf eine Schwangerschaft zu erhöhen, indem man genau an diesen Tagen ungeschützten Sex hat.

Zervixschleim bestimmen

Die Konsistenz von Zervixschleim reicht aufgrund hormoneller Veränderungen innerhalb eines Zyklus von cremig, klumpig, über dünnflüssig bis spinnbar. Beobachtest Du Deinen Ausfluss über einen längeren Zeitpunkt einmal genauer, wirst Du dies feststellen können. Hier erfährst Du, wie sich der Zervikalschleim verändert und wie Du die fruchtbaren Tage erkennen kannst.

1. Zervixschleim nach der Periode (Zyklusbeginn)

Zervixschleim nach der Periode

Am Zyklusbeginn, nach der Menstruation, ist die Vagina eher trocken und die meisten Frauen haben so gut wie gar keinen Ausfluss. Ein paar Tage danach wird der Zervixschleim sichtbar. Seine Konsistenz ist zu diesem Zeitpunkt im Zyklus weißlich, cremig, klumpig und klebrig.

2. Zervixschleim vor dem Eisprung (Zyklusmitte)

Zervixschleim vor dem Eisprung - fruchtbare Tage

Vor dem Eisprung wird der Zervixschleim glasig, durchsichtig und zieht Fäden. Der Schleim ähnelt zu diesem Zeitpunk etwa rohem Eiweiß und lässt sich zwischen den Fingern oder auf dem Toilettenpapier bis 5 cm ziehen. Man spricht hier von Spinnbarkeit bzw. spinnbarem Zervikalschleim mit guter Qualität. So zeigen sich unter anderem die fruchtbaren Tage einer Frau. Dank dieser Konsistenz können Spermien besonders einfach und schnell zur Gebärmutter befördert werden. Hast Du einen Kinderwunsch, solltest Du an diesen Tag Sex haben. Falls nicht, ist hier unbedingt Verhütung angesagt.

Unmittelbar zum Eisprung wird das Sekret wässriger und dünnflüssiger, die Schleimmenge steigt deutlich an und der Scheideneingang fühlt sich feucht an.

Achtung: Verwechsle Zervixsekret nicht mit Erregungssekret. Ist eine Frau erregt, wird ebenfalls klarer und fadenziehender Schleim gebildet. Um ganz sicher zu gehen, um welche Art von Sekret es sich handelt, kannst Du den Wassertest machen. Erregungsschleim löst sich – im Gegensatz zum Zervixschleim – nämlich im Wasser auf!

3. Zervixschleim nach dem Eisprung (Zyklusende)

Zervixschleim nach dem Eisprung

Die Qualität des Zervixschleims nach dem Eisprung verschlechtert sich wieder. Deshalb wird das Sekret erneut weißlich-undurchsichtig, zäh, fest und ist nicht mehr spinnbar. Für Spermien ist es jetzt extrem schwierig, diese Barriere zu durchdringen. Manchmal verschwindet der Zervixschleim vor der nächsten Periode sogar komplett.

Zervixschleim auswerten

Wenn Du Deinen Zervixschleim bestimmen möchtest, gehe zunächst wie folgt vor:

  1. Fühlen: Spüre, wie sich Dein Intimbereich anfühlt (trocken, feucht, nass)
  2. Tasten: Berühre den Schleim und untersuche ihn auf Dehnbarkeit & Konsistenz
  3. Sehen: Betrachte die Farbe und Beschaffenheit des Schleims

Wische für die Entnahme des Zervixschleims am besten mit dem Finger über den Scheideneingang. Findest Du äußerlich keinen Schleim, gehe in die Hocke, führe den Zeigefinger ein und entnehme ihn direkt am Muttermund. Dieser liegt einige Zentimeter im Inneren der Vagina. Eventuell kannst Du ihn als kleine Halbkugel ertasten.

Mach am besten täglich Notizen in einem Zyklusblatt oder in einer geeigneten App, um Deinen Zervixschleim verlässlich zu deuten und zu kategorisieren. Gebräuchlich sind folgende Abkürzungen für die jeweilige Schleimqualität:

Eher unfruchtbare Phase (schlechte Schleimqualität)

  •  t = trocken
  •  = nichts sichtbar

Eher fruchtbare Phase (gute Schleimqualität)

  • f = feucht
  • S = zähflüssiger, weißer Schleim
  • S+ = eiweißbartiger, spinnbarer Schleim

Passt der Zervixschleim mal nicht eindeutig in eine der genannten Kategorien, ist das auch kein Problem. Wichtig ist, eine Veränderung bzw. ein Muster festzustellen.

Die Beobachtung des Zervixschleims ist eine gute Methode, um den eigenen Körper und den Zyklus noch besser kennenzulernen. Schon nach ein paar Monaten, wird Dir die Schleimauswertung leicht fallen. Manchmal reicht dann schon ein X im Kalender bei Tagen mit sichtbarem oder spürbarem Schleim und Du weißt, wo in etwa Du Dich in Deinem Zyklus befindest.


Wie sind Deine Erfahrungen mit der Bestimmung des Zervixschleims?
Wir sind gespannt auf Deine Kommentare!

 

Empfehle den Artikel weiter:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.