Crossdresser: Was steckt dahinter?

Unterwäsche
Cross-Dressing: Die wichtigsten Infos im Überblick (Bild: Fahad Waseem/Unsplash)

Als Crossdresser werden Personen bezeichnet, die mit gesellschaftstypisch männlicher oder weiblicher Kleidung in die Rolle des anderen Geschlechts schlüpfen. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern „cross“ (zu deutsch: kreuzen) und „dress“ (anziehen) zusammen. Das Thema ist aber deutlich komplexer, als es auf den ersten Blick scheint.

Crossdresser: Gründe für den „Rollentausch“

So gibt es Personen, die heterosexuell sind und sich gemäß ihrem bei der Geburt bestimmten Geschlecht identifizieren, aber trotzdem Freude daran haben, ab und zu die traditionell gängige Kleidung des anderen Geschlechts zu tragen. Dazu zählt auch, sich als Drag Queen oder Drag King zu verkleiden, und so in der Öffentlichkeit aufzutreten. Dann darf es gern auch mal überspitzt zugehen: Mit pompösem Make-up, Glitzerpailletten oder einer ausgestopften Hose für mehr „Männlichkeit“ werden Geschlechterklischees visualisiert und somit auch dem Publikum gespiegelt. Crossdressing ist somit nicht nur Ausdruck einer eigenen Vorliebe, sondern kann auch ein politisches oder gesellschaftskritisches Statement sein.

Viele Crossdresser fühlen sich auch dauerhaft in Kleidung des anderen Geschlechts wohl. Sie können es sogar psychisch belastend finden, in die für ihre geschlechtliche Identität als gesellschaftlich angemessen empfundene Kleidung zu wechseln. Andere wiederum empfinden Lust, wenn sie sich in Strumpfhosen, heißer Unterwäsche oder High Heels sehen – ein gar nicht so seltener Fetisch unter heterosexuellen Männern. Crossdresser zu sein, bedeutet also keineswegs, auch zwangsläufig transsexuell zu sein, da man sich per Definition trotzdem mit dem eigenen gebürtigen Geschlecht identifzieren kann.

Aber: Viele Transgender-Personen fühlen sich in der Kleidung wohl, die ihrer geschlechtlichen Identität entspricht, wodurch auch sie häufig als Crossdresser bezeichnet werden.

Männer in Frauenkleidung – leider noch immer irgendwie tabu

Man könnte meinen, dass es deutlich mehr männliche Crossdresser gibt, die sich in Frauenkleidung wohlfühlen. Tatsächlich ist es aber wohl eher so: Heutzutage ist „männliche“ Kleidung wie zum Beispiel eine Hose bei Frauen ganz normal, während ein Mann, der im Kleid durch die Fußgängerzone schlendert, wohl noch immer einige Blicke kassieren würde – ein Zeichen dafür, dass noch viele Vorurteile und veraltete Vorstellungen von Maskulinität abzubauen sind.

Geschrieben von
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4 Kommentare

  • ich bin heute 68 Jährig, seit meiner Kindheit liebe ich es in Frauenkleidern rumzulaufen. Im Mai 2022 habe ich endlich den Mut aufgebracht mich gegenüber, meiner Frau, meiner Familie inklusive Enkelkinder und Freunden, zu Outen! Seither trage ich nur noch Frauenkleidung das heisst BH, Slip, Damenunterwäsche, Strumpfhosen, Hosen & Leggins mit Shirt oder Bluse, Kleider und Röcke, Schmuck, keine Damenschuhe, keine Perücke, keine Schminke. Ich trage einen feinen Bart mit Schnurrbart, ich bewege mich in der Öffentlichkeit, alleine in Allem und zusammen mit meiner Partnerin ( wir sind dieses Jahr 44 Jahre, miteinander, glücklich verheiratet, wir haben 3 eigene und 6 Enkelkinder) meistens in Hose und Leggins mit Shirt oder Bluse und zuhause, in allem ohne Einschränkung! Seit meinem Outing fühle ich mich endlich, nahezu Restlos, glücklich und 100% wohl in meinem Outfit. ( zuhause trage ich manchmal auch nur einen Body oder bin nur im Unterrock, darunter BH und Slip. Sollten wir, unangemeldet Besuch kriegen, ziehe ich mir schnell ein Kleid, oder Rock und Bluse über. So führe ich ein unbeschwertes, zufriedenes und äusserst glückliches Leben, zusammen mit meinem Schatz!

  • Die genannten Erklärungen zu Crossdresser sind sicher zutreffend – würde ich aber durch folgendem Zusatz ergänzen : durch meine eigene lange Erfahrung kann ich nur sagen, daß die Reaktionen in der Öffentlichkeit bei uns in D meist sehr zwiespältig sind und von einer Unreife bzw. Uninformiertheit zeugen und nicht selten in Übergriffen enden, wenn man alleine unterwegs ist. In einigen anderen Ländern, wie z.B. Dänemark, England, Frankreich, Niederlande oder Finnland ist dies wesentlich seltener der Fall, da dort in der Öffentlichkeit meist eine wesentlich entspanntere Atmosphäre herrscht. Ich bin daher bei uns dazu übergegangen, nur entsprechende stimulierende Unterwäsche zu
    tragen, die nach außen nicht sichtbar wird (für mein eigenes Wohlgefühl). Die volle Präsentation bleibt dem Privatbereich vorbehalten.

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