Japan-Bondage „Shibari“ – Die Kunst zu Binden

Japan-Bondage "Shibari"

Für alle, die bei Bondage die Stirn runzeln und sich fragen „Was war das nochmal?“ – hier eine kleine Auffrischung: Bondage ist eine Sex-Praktik, bei der die Partnerin oder der Partner mit Seilen, Bändern oder Ketten festgebunden und gefesselt wird. Bondage-Liebhaber steigern durch das Praktizieren ihr sexuelles Lustempfinden – sowohl in der aktiven als auch passiven Rolle. Es geht dabei aber nicht um Gewalt oder Zwang, sondern um das Kennenlernen des Körpers und das Austesten von Grenzen. Es geht um das Gefühl von Vertrauen, aber auch um Macht und Unterwerfung. An die Skeptiker: Bondage macht nachgewiesenermaßen glücklich und gesund! Mehr zum Thema findet Ihr hier.

Eine besondere Form des Bondage

Eine Sonderform des Bondage ist Shibari. Sie kommt aus Japan und wird deshalb auch Japan-Bondage genannt. Noch weitaus mehr als beim westlichen Bondage hat Shibari bei der „Immobilisierung“ des Gegenübers einen hohen ästhetischen Anspruch. Die Praktik orientiert sich an jahrhundertealten Fesselungstechniken, die auch bei der japanischen Polizei zum Einsatz kommen. Diese Techniken werden bei Shibari raffiniert umgesetzt – je fantasievoller der Rigger, umso fesselnder das Gesamtkunstwerk. Rigger werden im Übrigen die Fesselnden genannt. Die Gefesselten heißen Bunnys und sind meistens weiblich. Manchmal werden Bunnys auch mit Blumen oder anderen Objekten regelrecht garniert. Die ersten japanischen Zeitschriften druckten Bondage-Bilder in den 1950er-Jahren ab. Daraufhin wurde das Interesse für die Fesselkunst immer größer. In den 70er Jahren kam dann der ganz große Boom.

Shibari in Kunst und Popkultur

Heute ist Shibari in der japanischen Kultur stark verbreitet. In Tokio locken Shibari-Light-Shows in die Clubs und auf Bondage-Festivals lernen Neugierige die Praktik näher kennen – oder lassen selbst mal in die Seile hängen. Aber auch in der westlichen Welt hat Japan-Bondage schon längst Einzug gehalten. Die Faszination hat viele Künstler dazu inspiriert, die Fesselkunst ihre Arbeiten zu integrieren. Besonders in der Fotografie ist sie ein beliebtes Motiv. Aber auch in Musikvideos, Film und Fernsehen ist Shibari ein wiederkehrendes, künstlerisches Stilmittel geworden.

Der Italiener Hikari Kesho – eigentlich Alberto Lisi – begann seine Karriere als Modefotograf bis er seine Leidenschaft für Fetischkunst und Shibari entdeckte. Heute ist er einer der erfolgreichen Künstler in der Fine Art Shibari-Szene und beeindruckt Shibari-Liebhaber mit seinen ausdrucksstarken Arbeiten.

© Hikari Kesho | hikarikesho.com

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