Der Zauber von Weihnachten liegt in seinen Traditionen und Ritualen. Die Welt steht für ein paar magische Tage im Dezember still wie in einer Zeitkapsel. Jedes Jahr bin ich die Letzte, die an Heiligabend in unserem Familienchalet eintrifft. Jedes Jahr müht sich mein Papa den halben Nachmittag mit dem Kamin ab, der mich mit knisternder Wärme empfängt. Jedes Jahr fragt meine Oma mahnend, wer schon wieder heimlich von den Zimtsternen genascht hat, die für den Nachttisch gedacht waren. Jedes Jahr dasselbe festliche Spiel.
Nur nicht in diesem Jahr. Heute betrete ich unser Häuschen als Erste. Ich habe mir ein paar Tage vor dem Trubel für mich stibitzt, ohne es jemandem zu sagen. Na ja – fast niemandem, denn ein einziger Mensch weiß Bescheid: Nathan.
Ein ganz und gar nicht unschuldiges Spiel
Nathan war früher mein Nachbarsjunge. Das Häuschen seiner Eltern steht keine fünf Minuten von unserem entfernt. Wir haben uns jahrelang nicht gesehen – seine Eltern haben ihr Chalet verkauft, wir sind beide weggezogen, in Großstädte, die in entgegengesetzten Winkeln des Landes liegen, und unsere Leben haben ihren Lauf genommen.
Doch dann, vor ein paar Wochen: eine LinkedIn-Nachricht von Nathan. Unser Austausch war erst höflich und oberflächlich, der übliche Eckdaten-Abgleich zu Studium und Job. Doch schnell vertieften sich unsere Gespräche und wir fanden beide immer wieder einen Grund, unsere Konversation weiterzuführen. Nummern wurden ausgetauscht, und bald täglich auch Nachrichten. Was mit einem flirty Unterton von Nathan begann, entwickelte sich schnell zu einem aufgeladenen Austausch, bei dem nicht mehr viel zwischen den Zeilen verborgen blieb …
Wir wollten uns, das war für uns beide klar. Deshalb habe ich ihm vorgeschlagen, ein paar Tage herzukommen. Nur wir zwei, bevor die Familien eintreffen und die Hütte aus allen Nähten platzt.
Und noch etwas habe ich ihm vorgeschlagen. Ein Spiel, aber ganz und gar nicht unschuldig: Wenn er ankommt, packt er mich an sich und küsst mich, ohne Hallo, ohne höfliches Geplänkel. Nur wir und unsere Lust aufeinander. Nathan hat meinem Vorschlag sofort zugestimmt und seitdem erfüllt mich allein der Gedanke an unser Aufeinandertreffen mit einem heißen Kribbeln in meiner Mitte.
Nicht nur der Kamin wird heiß
Gegen elf Uhr komme ich am Bahnhof an. Der Schnee fällt sanft und hüllt die Welt in weiche Watte. Im Taxi lehne ich den Kopf gegen das kühle Fensterglas: In mir verschwimmt das warme Gefühl der Feiertage aus meiner Kindheit mit einer Vorfreude, die schon längst keine mehr ist – sondern Ungeduld.
Das Chalet taucht vor mir aus dem Nebel auf. Also ich die Tür aufmache, empfängt mich der rustikale Holzduft: warm und vertraut. Ich stelle meinen Koffer ab, und heize den Kamin ein – und stelle mich dabei geschickter an als Papa, was ich ihm natürlich nie sagen würde.
Nathan kommt erst in ein paar Stunden an. Ich habe Zeit. Die genieße ich, indem ich mir ausmale, was sich in wenigen Stunden hier abspielen wird.
Um 14 Uhr vibriert mein Handy
Unter meinen Klamotten trage ich dunkelblaue Spitze – ein Set, das meine Kurven besonders schön umschmeichelt. Die Farbe lässt meine blassblauen Augen strahlen. Während ich mich im Spiegel betrachte, ertappe ich mich dabei, wie ich mir vorstelle, dass Nathan die Tür öffnet und mich nur in meiner Lingerie überrascht. Ich gönne mir ein kurzes Schwelgen in der Vorfreude, bevor ich mich zum Whirlpool aufmache, der hinter dem Häuschen steht. Dieser wird von verschneiten Tannen vor neugierigen Blicken geschützt – vielleicht werden wir uns diese Abgeschiedenheit noch zunutze machen …
Alles ist bereit, nur er fehlt noch.
Um 14 Uhr vibriert mein Handy.
„Ich bin gleich da. Mach dich bereit.“
Ich stelle mich hinter die Tür, bekleidet nur in meinem Spitzen-Set. Das Kaminfeuer brennt warm, genauso wie meine Wangen vor Aufregung.
Ein Wiedersehen, das keine Worte braucht
Nathan klopft vorsichtig. Ich öffne.
Wir sagen kein Wort, wie vereinbart. Nathan legt eine Hand an meinen Hinterkopf, mit der anderen drückt er mich forsch an sich. Wir küssen uns, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Als hätte es die acht Jahre dazwischen nie gegeben. Sein Körper ist noch eiskalt von draußen und trotzdem – oder genau deshalb – reagiert meiner auf mit glühendem Verlangen. Nathan platziert seine Hände auf meiner Hüfte und stößt mich sanft, aber bestimmt in Richtung Sofa, das vor dem Kamin auf uns wartet.
Wir entdecken uns, ohne dabei ein Wort zu sagen. Nathan ist schön. Er strahlt eine selbstbewusste Ruhe aus, ist sicher in seinen Bewegungen. Sein Blick lässt mich nicht los. Ich ziehe meinen Spitzen-BH aus und lasse ihn neben das Sofa gleiten, nehme seine Hand und führe sie dorthin, wo ich sie haben will. Nathan versteht sofort. Seine Lippen finden meine Brustwarzen. Nathan lässt seine Zunge meine hart gewordenen Knospen kreisen und löst seinen gierigen Mund nur, um damit an meinen Brüsten zu saugen, die er in seinen Händen hält.
Wow. Das passiert gerade wirklich.
Das erste Stöhnen entweicht uns gleichzeitig. Wir sehen uns an, müssen kurz lachen – ein kleines, ungläubiges Lachen, das sagt: Wow. Das passiert gerade wirklich.
Während er sein Gesicht zwischen meinen Brüsten versenkt und sie mit Küssen übersät, gleitet seine Hand an mir herunter. Er streicht in einer fließenden Bewegung über meinen Venushügel, bis er meine Mitte erreicht. Dort spürt er durch die hauchdünne Spitze meines Höschens, wie feucht mich seine Berührungen und die stundenlange Vorfreude gemacht haben.
Er reibt sich an mir, langsam, sehr kontrolliert. Dann dringt er in mich ein – tief, bestimmt – und ein Geräusch entweicht mir, das ich nicht steuern kann. Er spreizt meine Beine, findet seinen Rhythmus, sucht dabei meinen Blick. Ich halte es kaum aus.
„Nimm mich von hinten.“
Der erste laut gesprochene Satz seit seiner Ankunft. Nathan dreht mich um ohne zu zögern und ich strecke mein Gesicht zum lodernden Feuer, seine Hände auf meinen Hüften. Während der Kamin knistert, denke ich kurz: Hätte ich gewusst, was mich erwartet – ich hätte ihn selbst angeschrieben, schon viel früher.
Dann höre ich seine Stimme zum ersten Mal seit acht Jahren.
„Darf ich Dich lecken?“
Jetzt bist Du (nochmal) dran
Ich nicke seufzend und Nathan platziert seine vollen Lippen auf meiner Vulva und lässt seine Zunge über mich gleiten. Er nimmt sich alle Zeit der Welt und ich vergesse alles um mich herum.
Während Nathans Zunge eifrig meine Klit umspielt, berühre ich meine Brüste und sehe ihm zu. Er streichelt sich dabei selbst, ohne den Blick von mir zu nehmen. Das zwischen uns ist so intim, so nah – ich weiß nicht, wohin schauen, und gleichzeitig kann ich nicht wegsehen. Sein Mund wird drängender, mein Atem beschleunigt sich und verrät meine Gier nach Erlösung. Und die überkommt mich wie eine Welle, die ich weder aufhalten kann, noch will. Die Wogen überschlagen sich und ich lasse mich mit ihnen treiben, bis ich vergesse, wo unten und oben ist.
Er wartet, während ich mich langsam zurückfinde.
Als ich meine Augen öffne, lächelt er mich fordernd an: „Berühr Dich vor mir. Versuch noch einmal zu kommen, ohne dabei was zu sagen. Ich mache dasselbe.“
Er stellt sich vor das Sofa, umfasst sich mit seiner Hand, schaut mich an. Unsere Blicke sagen, was wir bisher nicht laut ausgesprochen haben. Ich fasse mich vor ihm an – lecke meine Finger, gleite mit ihnen über meine Klitoris, streiche mit meiner anderen Hand über meine Brüste. In seinen Augen sehe ich die Erregung funkeln, während er seine Lippen zusammenpresst.
Langsam öffne ich mich und fühle die Nässe. Zuerst mit einem Finger, dann mit zwei.
Er wird schneller. Als ich spüre, dass er auch gleich soweit ist, gehe vor ihm auf die Knie und öffne meinen Mund, während mich der zweite Höhepunkt durchfährt, wie ein Schauer. Nathan kommt mit voller Wucht, er ergießt sich in meinen Mund und stöhnt dabei so laut, dass es durch die ganze Hütte hallt.
Eine neue Weihnachtstradition
Wir sehen uns an. Beide atemlos, beide ein bisschen ungläubig.
„Jacuzzi?“, frage ich ihn verschmitzt.
Er lacht. Das erste richtige Lachen seit seiner Ankunft.
Meine Familie kommt erst in zwei Tagen und ich kann kaum erwarten, was das verschneite Chalet noch alles für uns bereithalten wird. Etwas in mir sagt mir, dass Nathan und ich eine neue, geheime Weihnachtstradition begonnen haben.
Bild: Devon Divine / Unsplash
Geschichte in der Originalfassung: A l’abri des regards