Was Mütter wirklich wollen? Weniger Klischees!

(Bild: Priscilla du Preez/Unsplash)

Paradies, weil Du willst: Im Mai regen wir dazu an, den Muttertag mal von einer anderen Perspektive zu betrachten. Der Tag kann so viel mehr sein als ein bloßer Anlass zum Blumen verschenken, er kann Mütter und Kinder, aber auch Partner*innen reconnecten sowie mehr Verständnis und Wertschätzung schaffen.

Viele verbinden den Muttertag damit, Frühstück ans Bett geliefert zu bekommen – und nach der Umarmung geht der Alltag wie gewohnt weiter. Dabei wünschen sich viele Mütter auch einfach mal Zeit für sich selbst. Dazu kann auch gehören, der eigenen Sexualität nachzuspüren.

Das beste Geschenk zum Muttertag: So können Partner*innen für Entlastung sorgen

Bild: Janko Ferlic/Unsplash

Partner*innen können den Muttertag nutzen, um innezuhalten und einmal konkret nachzuhaken: „Wie fühlst Du Dich? Was brauchst Du? Und wie kann ich noch helfen?“ Die Belastung durch die Mutterrolle kann manchmal überfordernd sein, deshalb freuen sich viele Menschen, wenn dies von dem*der Partner*in gesehen wird.

  • Ich brauche mal einen Tag für mich!
  • Ich brauche Dich im Alltag mehr!
  • Ich brauche einen gemeinsamen Tag nur mit Dir!
  • Ich vermisse meine Freund*innen.

Die Antworten können vielfältig und ganz individuell ausfallen und geben Hinweise darauf, wie Ihr den Müttern in Eurem Leben eine wirkliche Freude machen könnt. Manche wünschen sich vielleicht generell mehr Unterstützung im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung, um den persönlichen Mental Load, der durch Arbeit, Care-Arbeit und Alltagsaufgaben entsteht, zu reduzieren.

Ganz konkret könnt Ihr natürlich auch einen gemeinsamen Spa-Day planen, eine wohltuende Massage verschenken oder ein Wochenende mit den Freund*innen organisieren. Vielleicht ist es aber auch schon länger her, dass Ihr ein richtiges Date mit Eurem Babe hattet, da Kinder, Arbeit und Haushalt im Fokus standen.

Regenbogenfamilien und Klischees: „Und wer ist jetzt die richtige Mutter?“

Zum Muttertag 2023 feiern alle so, wie sie es für richtig halten
(Bild: Pexels/Kampus Production)

Am Muttertag dreht sich vieles um heteronormative Sichtweisen – daher wollen wir auch darauf hinweisen, dass der Begriff „Mutter“ so viel weiter gefasst werden kann, wenngleich die Gesellschaft da noch nicht immer mitzieht. Die Frage „Wer ist die ‚echte‘, die ‚richtige‘ Mutter?“ ist eine verletzende Frage, die Regenbogenfamilien häufig gestellt wird. Sie impliziert, dass nur die biologische Mutter als „echte“ Mama betrachtet werden kann und ein oder beide Elternteile weniger wichtig sind. Ob ein Kind nun per Leihmutter, Adoption, Samenspende oder künstlicher Befruchtung in die Familie gekommen ist, spielt in der Erziehung eine untergeordnete Rolle.

Jede Person hat das Recht, ihre individuelle Definition des Wortes „Mutter“ zu wählen:

  • Biologische Mutter: Eine Person, die ein Kind geboren hat.
  • Soziale Mutter: Eine Person, die sich aktiv an der Erziehung und Pflege eines Kindes beteiligt, auch wenn sie nicht die biologische Mutter ist.
  • Co-Mutter: Eine Person, die in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung mit der biologischen Mutter oder der sozialen Mutter eines Kindes lebt und für die Erziehung mitverantwortlich ist.
  • Transgender-Mutter: Eine Person, die vor der Transition als Vater bezeichnet wurde, aber nach der Transition als Mutter lebt.
  • Nichtbinäre Mutter: Eine Person, die sich weder als Mann noch als Frau identifiziert, aber dennoch die Elternschaft eines Kindes übernimmt und als Mutter bezeichnet werden möchte.
  • Queere Paare entscheiden nicht nur selbst, wie sie auf solche Sprüche reagieren wollen, es liegt auch an ihnen, ob sie Muttertag oder Vatertag feiern und für sich und die eigene Familie auslegen möchten. Für die Gesellschaft bedeutet das, die Elternschaft unabhängig von Geschlecht und Sexualität zu würdigen und zu unterstützen.

Im Jahr 2022 konnte in Frankreich erstmals eine trans Frau, die noch vor ihrer Geschlechtsangleichung und damit offiziell noch als Mann registriert war, in der Geburtsurkunde ihres Kindes als zweite Mutter eingetragen werden. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit gab ein Berufungsgericht in Toulouse der Frau recht.

In Deutschland gibt es jedoch noch immer einige rechtliche Hürden zu meistern. Im April 2023 ging ein langjähriger Rechtsstreit mit einem enttäuschenden Ergebnis zu Ende. Ein trans Mann hatte geklagt, weil er in der Geburtsurkunde seines Kindes als Mutter aufgeführt werden muss. Zehn Jahre ließ das Urteil auf sich warten – das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte lautete nun jedoch: Die Person darf sich auch künftig nicht offiziell Vater des Kindes nennen.

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