Die Hitze stand in der Wohnung wie eine Wand. Es war kurz nach zwei Uhr nachmittags, und draußen flimmerte die Stadt unter der Sonne. Das Thermometer auf der Fensterbank zeigte über vierzig Grad. Durch die gekippten Fenster kam keine Abkühlung, nur der Geruch von heißem Asphalt, das entfernte Hupen von Autos und das Vorbeiknattern eines Motorrads drang hindurch.
Der alte Ventilator neben der Flohmarkt-Kommode drehte sich knarzend von links nach rechts und schob dieselbe warme Luft immer wieder durch das Schlafzimmer. Zara lag auf dem Bett und starrte zur Decke.
„Ich schwöre, ich verbrenne“, sagte sie.
Ines, die neben ihr auf dem Rücken lag, hob träge eine Hand. „Du hast vor zehn Minuten schon gesagt.“
„Dann bin ich jetzt Holzkohle.“
Ines schmunzelte leise. Ihre Haut glänzte im hellen Nachmittagslicht, das durch die halb geschlossenen Jalousien fiel und schmale Streifen auf das zerwühlte Bett malte. Sie trug nur einen dünnen Slip und ein ausgeleiertes Tanktop, das längst mehr zeigte, als es verbarg. Zara hatte sich vorgenommen, nicht ständig hinzusehen, weil sie sonst den Wunsch, ständig an ihre Brust zu fassen, nicht unterdrücken könnte.
„Guckst du schon wieder?“, fragte Ines, ohne den Kopf zu drehen.
„Nein.“
„Lügnerin.“
„Die Sonne blendet.“
„Zara.“
„Okay, vielleicht ein bisschen.“
Jetzt drehte Ines den Kopf zu ihr. Ihr Blick war langsam, schwer von Hitze und etwas anderem. Etwas, das Zara sofort tief im Bauch spürte.
„Komm her“, murmelte Ines.
Heiße Lust im Dachgeschoss
Zara rückte näher. Die kurze Bewegung ließ die Matratze unter ihnen warm nachgeben. Ines legte eine Hand in ihren Nacken und zog sie zu sich. Der Kuss begann weich und müde, doch nach wenigen Sekunden spielten ihre Zungen intensiver miteinander.
Zaras Finger glitten über Ines’ Taille. Ihre Haut war heiß, fast fiebrig. Ines zog sie noch näher und führte ihre sehnsüchtige Hand zu einer ihrer Brustwarzen. Als beide merkten, dass sie trotz der heißen Temperaturen fest stand, stießen beide ein leises, ausatmendes Lachen aus.
„Du bist so warm.“
„Du auch.“
Sie küssten sich weiter. Langsam erst, dann hungriger. Der Ventilator schwenkte zu ihnen herüber und brachte für einen kurzen Moment einen Hauch Luft. Beide hielten inne, als hätten sie ihn gemeinsam gespürt.
„Oh Gott“, flüsterte Ines. „Noch mal.“
„Der Ventilator oder ich?“
Ines grinste. „Beides.“
Zara küsste ihren Hals, ihre Schulter, wanderte tiefer bis zu ihrer warmen Vulva. Ines streckte sich unter ihr aus, schloss die Augen und ließ die Finger durch Zaras Haare gleiten. Für einen Moment vergaßen sie die Temperatur und die stehende Luft. Doch als Zara mit dem Kopf zwischen Ines’ Beinen abtauchte und ihre Hände über glühende Oberschenkel strichen, hielt sie abrupt inne.
„Baby“, sagte sie und hob den Kopf. „Du bist wirklich heiß.“
Ines öffnete ein Auge. „Danke.“
„Nein. Also ja. Aber ich meine: Deine Beine sind wie zwei Heizkörper.“
Ines fing an zu lachen. Zara ließ die Stirn gegen ihren Bauch sinken.
„Ich kann nicht“, murmelte sie. „Ich liebe dich, aber ich werde hier unten gegart.“
„Sehr romantisch.“
„Ich gebe mein Bestes.“
Zara setzte sich auf und wischte sich die Haare aus dem Gesicht. „Wir brauchen Eis. Oder einen Pool. Oder eine neue Wohnung.“
Ines richtete sich ebenfalls auf. Ihr Top war noch weiter verrutscht.
„Ich habe eine Idee“, sagte sie.
„Schau mir zu“
Ines rutschte zurück gegen das Kopfteil. Langsam zog sie das Tanktop über den Kopf und ließ es neben das Bett fallen. Zara verfolgte jede ihrer Bewegungen aufmerksam.
„Was machst du?“, fragte sie, obwohl die Antwort offensichtlich war.
Ines lehnte sich zurück. „Ich sorge dafür, dass du mich ansiehst.“
Es lag etwas Spielerisches in ihrer Stimme, aber ihr Blick blieb ernst. Offen. Herausfordernd. Ines ließ eine Hand über ihre Brust gleiten, langsam genug, dass Zara jede Bewegung verfolgen konnte. Die Finger streiften über den Nippel, der sich noch einmal mehr aufstellte, dann fuhr die Hand weiter über den Bauch und in ihren Schoß.
Zaras Mund wurde trocken. Sie setzte sich Ines gegenüber, ließ den Blick über ihre Freundin wandern und spürte, wie die Spannung zwischen ihnen dichter wurde als die Sommerluft. Ihre eigene Hand glitt über ihren Bauch, erst zögernd, dann sicherer.
Ines’ Augen folgten ihr.
„So also?“, fragte Zara.
Ines biss sich auf die Lippe. „Genau so.“
Sie berührten einander nicht. Vielmehr zeigten sie sich, wohin sie ihre eigenen Gedanken führten. Zara beobachtete, wie Ines den Kopf zurücklehnte, als sie mit zwei Fingern auf ihre Clit traf und sie in einer geübten Bewegung massierte. Wie ihre Brust sich schneller hob und senkte. Wie sie zwischendurch die Augen öffnete, nur um sicherzugehen, dass Zara noch hinsah.
Natürlich tat sie das. Sie konnte gar nicht anders. Auch ihre Hand war inzwischen zu ihrem Hotspot gewandert.
„Komm näher“, flüsterte Ines.
Zara rutschte über das Bett, bis ihre Knie sich beinahe berührten. Die Hitze ihrer Körper lag zwischen ihnen. Ihre Bewegungen wurden schneller und dringlicher. Als Ines einen Finger in sich verbarg, stöhnte Zara unausweichlich.
„Das sieht so heiß aus“, raunte sie und tat es ihr gleich.
Ines spürte, wie sich alles in ihr zusammenzog, die interaktive Peep-Show machte sie an.
Gemeinsam zum Höhepunkt
„Schau genau hin, wenn ich komme“, befahl sie Zara jetzt mit unterdrückter Stimme, während sie das Tempo ihrer Hand noch einmal erhöhte. Sie ließ jetzt die ganze Handfläche über ihre Vulva reiben, um ja kein Lust-Fleckchen auszulasssen.
Zaras Vulva pulsierte bereits und war prall geschwollen – auch sie wusste, dass sie umgehend kommen könnte – Ines‘ orgasmisches Stöhnen und ihr entrückter Gesichtsausdruck im schönsten aller Momente war ihr größter Turn-on.
„Zara“, brachte Ines gepresst heraus – sie konnte jetzt nicht mehr auf das Masturbieren ihrer Freundin achten, weil sich ihr ganzer Körper für den Höhepunkt bereitmachte.
„Ich seh dich“, antwortete Zara hochkonzentriert.
Ines streckte die freie Hand aus. Zara nahm sie. Ihre Finger verschränkten sich, feucht von der Hitze, fest und vertraut, als sich ihre Lust gemeinsam entlud. Zara beugte sich vor, bis ihre Stirnen sich berührten. Für einen Moment gab es nur ihren gemeinsamen Atem und dieses tiefe, helle Gefühl, das in Wellen durch sie schwappte und noch kleine Nachbeben verursachte.
Schließlich lachte Zara leise. „Also Sex bei vierzig Grad: kompliziert.“
Ines küsste sie müde auf die Lippen. „Aber nicht unmöglich.“
In genau diesem Moment schwenkte der Ventilator wieder zu ihnen.
Beide seufzten gleichzeitig.
„Das“, sagte Zara, „war fast so gut wie der Orgasmus.“
Ines zog gespielt empört die Augenbrauen hoch.
„Fast“, wiederholte Zara und küsste sie noch einmal.
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(Bild: Ketut Subiyanto/Pexels)