Mein erster Orgasmus – ein Erfahrungsbericht

Mein erster Orgasmus

Mein erster Orgasmus mit 24

Meinen ersten Orgasmus hatte ich tatsächlich erst nach sechs Jahren Sex. Ich hatte mich schon seit zwei Jahren von meinem ersten Freund getrennt.

Damals habe ich noch studiert und über das Internet einen super attraktiven Jungen namens Lilo kennengelernt – er hatte grüne Augen, einen Körper zum Niederknien und wir hatten den tollsten Sex überhaupt… naja, bis dato, schließlich war er “erst” der zweite Mann in meinem Leben und ich kam ja nicht zum Orgasmus, also wie gut kann der Sex dann tatsächlich gewesen sein!? 😀

Ich war absolut überwältigt von diesem Gefühl.

Nach ca. einem dreiviertel Jahr Affäre fragte er mich, ob ich eigentlich zum Höhepunkt komme. Ich hatte keine Lust, zu lügen, also habe ich wahrheitsgemäß mit Nein geantwortet. Er war so schockiert, dass er danach genau wissen wollte, wie er mich zum Orgasmus bringen könne. Ich konnte ja nur mutmaßen, deswegen habe ich ihm vorgeschlagen, dass er zunächst ein Bad für mich einlassen solle. Er dürfe mir dabei auch Gesellschaft leisten, sich neben die Wanne setzen, mich ein wenig dabei massieren. Dann könne ich mir vorstellen, dass er mich ins Bett trägt und mir eine ausgiebige Massage gibt, weil mich das sehr entspannt. Und zum Schluss soll er mich ausgiebig lecken, bis ich komme. Und tatsächlich, er schaffte es! Am Ende war ich so entspannt, dass ich gekommen bin – das erste Mal! Ich war absolut überwältigt von diesem Gefühl.

Leider ging unsere Affäre nicht lange und nach diesem Orgasmus dauerte es weitere zwei Jahre, bis ich das nächste Mal kam. Es war eher ein Zufall und lag definitiv an der Sexstellung. Ich lag dabei auf dem Bauch – steif wie ein Brett –  und sollte mich nicht bewegen. Mein Partner lag auf mir und drang in mich ein. Er war ganz nah bei mir mit seinem Körper und durch den Fakt, dass mir “befohlen” wurde, mich nicht zu bewegen, konnte ich loslassen… und so kam ich… zweimal.

About being UNDERFUCKED

Die zweite ernsthafte Beziehung, die ich hatte, war das komplette Gegenteil von meiner ersten Beziehung, nämlich fast komplett sexbefreit. Wir haben uns im Club kennengelernt und seine blauen Augen haben mich sofort in den Bann gezogen. Er war sehr liebevoll und hat mir alles gegeben, was mir in der Vergangenheit gefehlt hatte. Vertrauen, Geduld, Verständnis, eine Schulter zum Anlehnen, Liebe – eine ehrliche Beziehung eben, nur leider ohne Sex. Naja, ok, nicht ganz ohne, aber nach der ersten Verliebtheitsphase wurde es immer weniger, bis wir irgendwann nur noch alle vier Wochen miteinander geschlafen haben. Am Ende sogar nur noch alle zwei oder drei Monate.

Mein erstes erfolgreiches Masturbieren mit einem Lovetoy

Da ich ihn aber geliebt habe und es nicht einsehen wollte, mit jemandem wegen schlechtem oder nicht existierendem Sex Schluss zu machen, ging ich irgendwann los und habe mir mein erstes Sextoy gekauft. Es war ein Vibrator von Fun Factory, der aussah wie ein süßer kleiner Wurm. Und was soll ich sagen, ich bin gekommen! Es war einfach großartig! Ich wurde regelrecht süchtig und habe immer öfter masturbiert und das wohl mit so viel Enthusiasmus und Tatkraft, dass er mir nach einem halben Jahr in der Mitte durchgebrochen ist. Ich habe es wirklich geschafft, ihn so sehr zu verbiegen, dass mir der Motor kaputt gegangen ist. Innerhalb von zwei Jahren habe ich somit ca. vier verschiedene Vibratoren verschlissen.

Sex ist wie Kleber in einer Beziehung.

Zu der Zeit habe ich nicht täglich masturbiert, eher einmal oder zweimal die Woche und war nach wie vor frustriert, von meinem Freund keinen Sex zu bekommen, bis ich mich irgendwann meiner Mutter anvertraut habe. Und sie hat etwas gesagt, was ich danach einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommen habe: “Was denkst Du, wie es mit Euch weitergehen soll? Sex ist wie Kleber in einer Beziehung. Wenn der nicht mehr hält, fängt man an, sich auch in anderen Bereichen der Beziehung über Nonsens aufzuregen. Normalerweise würde man das wegvögeln. Und vor allem: Ihr seid jung. Wollt ihr jetzt schon wie Brüderchen und Schwesterchen jeden Abend vor dem Fernseher nebeneinander auf der Couch sitzen?”

Wow. Manchmal sagt meine Mutter echt schlaue Dinge. Und gleichzeitig hasse und liebe ich sie dafür. In der Sekunde wusste ich, dass es keinen Sinn mehr mit uns macht. Ich wollte mich mit Ende zwanzig nicht fühlen, wie eine alte Jungfer.

Warum masturbieren, wenn es sich schöner anfühlt, von jemand anderem angefasst zu werden?

Ich habe in meiner Singlezeit ab und zu mal versucht, zu masturbieren, aber egal wie oder wie lange ich mich angefasst habe, ich war einfach nicht erfolgreich… und es hat viiiiieeel zu lange gedauert! Ich habe jedes Mal fast einen Tennisarm bekommen. Damals war das Internet auch noch nicht so ausgereift wie heute und man fand leider auch nicht Millionen von Tutorials im Netz, wie man sich selbst zum Höhepunkt bringen kann. Es hat sich für mich immer schöner angefühlt und mich mehr erregt, wenn mich jemand anderes angefasst hat und so hatte ich das Thema Masturbation für mich aufgegeben und abgehakt. Was soll ich auch damit?! Mein Gott, wenn ich heute zurückdenke – wie dumm diese Entscheidung war!

Ich masturbiere mittlerweile jeden Tag, manchmal sogar mehrmals (Ok, das liegt ziemlich wahrscheinlich an meinem neuen Toy – dem womanizer). Ich sage Euch, ich bin in meinem Leben noch nie so schnell und so intensiv gekommen. Und das ist gut so, denn seither bin ich nicht nur viel entspannter – diese innere Unruhe hat endlich aufgehört – ich bin auch seit einem Jahr nicht mehr krank geworden. Bäm! Schluck das Immunsystem!


Unsere Autorin
Bei der Wahlberlinerin Hasret „Hasi“ Doe ist ihr Name Programm, denn „Hasret“ bedeutet so viel wie „Sehnsucht“. Liest man ihre Texte, ergibt alles einen Sinn. Sie sind geprägt von einer Sehnsucht nach Liebe, Leidenschaft, Zugehörigkeit und so treffen ihre Worte mitten ins Herz.

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