#3: Tausche Herrenzimmer gegen Kleiderschrank

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Es ist also überstanden, das erste Wochenende in Berlin. Und noch wichtiger: Das erste Wochenende als Single! Ich muss sagen, es war einfach … fantastisch! Keine Angst, das wird jetzt keine „ich bin ja eine sooo unabhängige Frau und brauche absolut keine Männer“-Ansprache. Und ich bin auch kein gefühlskaltes Monstrum. Aber ich finde, ich habe mir in letzter Zeit genug die Augen aus dem Kopf geheult und sollte anfangen, die guten Seiten am Alleinsein (alleine – nicht einsam!) zu genießen. Nach viereinhalb Jahren in ein und derselben Wohnung mit einem haarigen, schnarchenden, sockenherumliegenlassenden männlichen Wesen ist endlich genug Zeit, sich an den wesentlichen Dingen meines eigenen Daseins zu erfreuen.

 

„Die Freude am Singledasein beginnt schon bei der morgendlichen Dusche.“

 

Das geht schon bei der morgendlichen Dusche los, denn ganz egal, ob es draußen 30 Grad plus oder minus sind – ich liebe es, bei einer ausgiebigen und vor allem heißen Dusche das Badezimmer komplett vollzunebeln. Ganz ohne einen Morgenmuffel der, mich vor der nächsten Betriebskostenabrechnung warnend, das Badezimmerfenster aufreißt und somit bei mir für Gänsehaut und schlechte Laune gleichermaßen sorgt. „Hey, ich dusche schließlich auch, um für DICH gut zu duften!“

Zweitens wäre da die Kleiderschrank-Situation. Die Zeiten, in denen Jimmy, Louis und Marc (nein, ich rede hier nicht von Liebhabern) im Schrank für seine Holzfällerhemden beiseite rutschen mussten, sind vorbei. Stattdessen führen meine Lieblingsstücke jetzt ein Leben von Freiheit und Luftigkeit in einem großzügigen Ankleidezimmer. Ein Raum, der zu Pärchenzeiten wahrscheinlich eher als „Herrenzimmer“ inklusive Playstation, Plattensammlung und überfüllter Aschenbecher geendet wäre.

 

„Tausche Herrenzimmer gegen Kleiderschrank.“

 

Endlich hat alles seinen Platz! Und vor allem: Endlich kann ich wieder ganz unbekümmert alles tragen ohne mir Kommentare von ahnungslosen Fashionverächtern anhören zu müssen („… ach ja, diese kleinen Blümchen kenne ich auch noch von meiner Oma …“). In genau dieses „geblümte Etwas“ werde ich mich jetzt erst recht schmeißen, um Moscow Mule trinkend mit meinen Kolleginnen durch die Bars zu ziehen. Wie zu den Zeiten, in denen die Barmänner immer ein besonders großzügiges Trinkgeld bekommen haben … nur weil sie süß sind!

 

„Wie zu den Zeiten, in denen Barmänner Trinkgeld für’s süß sein bekommen haben.“

 

Klar, wenn ich ehrlich bin gibt es natürlich auch Dinge, die mir trotz all dem Spaß sehr fehlen werden: die Nähe und alles Gemeinsame, das das schnarchende Monster und ich in den letzten Jahren erlebt haben, der großartige Sex … Obwohl, eigentlich nicht – bei meinem neuen Job sitze ich sexmäßig an der Quelle, da kann ich erstmal eine ganze Weile Single bleiben. Und sollte mich dann doch mal der Frust packen, dann fahre ich einfach zu Ikea, mache es mir auf „Ektorp“ gemütlich (ja, genau der mit dem Blumenmuster, den DU immer so scheußlich fandest) und freue mich über die streitenden Paare …

 

Keine Lust auf Lesen? Fionas Kolumne gibt’s auch zum Zuhören:

 

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