Deep Throat – so geht’s!

Deep Throat

Ich habe mir gestern das erste Mal den Film „Deep Throat“ angesehen. Ein in den 70er Jahren ebenso skandalöser wie revolutionärer Film von Gerard Damiano. Linda Lovelace spielt darin eine Frau, die laut eigener Aussage noch nie einen Orgasmus hatte. Nachdem sie auch von ihrer Freundin keine Hilfe erfährt, wird sie zu Dr. Young geschickt, gespielt von Harry Reems. Dieser findet relativ schnell heraus, dass ihre Klitoris nicht wie gewohnt dort sitzt, wo sie sitzen sollte, sondern in ihrer Kehle. So fängt sie also an, ihre Erfüllung in Oralsex zu finden … und das nicht zu knapp.


Nach meinem Artikel zum Blowjob wurde ich mehrmals angeschrieben mit der Bitte um Tipps, wie man denn nun einen ordentlichen Deep Throat Blowjob geben kann, wenn man ihn denn geben will. Daher dachte ich mir, es wird Zeit, mich diesem Thema mal ausgiebiger zu widmen.

Erstmal kurz zur Erklärung: Das Deepthroating ist eine Form des Oralverkehrs, bei der der Partner bzw. die Partnerin den Penis beim Oralsex so tief in den Mund aufnimmt, bis er hinten an der Kehle anstößt. Das Schwierigste an der ganzen Sache ist, den Würgereflex unter Kontrolle zu halten. Doch das ist tatsächlich lernbar bzw. antrainierbar. Habituation nennt man sowas und ist aus mehreren medizinischen Gründen eigentlich gar nicht so geil. Schließlich ist der Würgereflex ein Schutzmechanismus des Körpers. Muss man ja auch erwähnen.

Puh. Is’ nicht meins, muss ich ehrlich zugeben.

Man sieht ihn – den Deep Throat – ständig in Pornos und keine der Frauen sieht sehr glücklich dabei aus, von den fürchterlichen Würgeräuschen ganz zu schweigen. Gequälte Augen, angestrengtes Atmen, Tränen laufen ihnen übers Gesicht. Nee, ich passe. Aber gut, jeder wie er mag. Ich kann verstehen, dass man seinem Partner auch mal ein Leckerli gönnen will.

Und warum Männer es gut finden, ist klar! Im Gegensatz zum normalen Blowjob entsteht nämlich beim Deep Throating ein Gefühl der Enge um die Eichel. Es gibt sogar Männer, die auf die von mir verhassten Würgegeräusche stehen, welche beim Gagging entstehen. Hierbei übernimmt der „gebende“ Partner die Initiative und penetriert aktiv den Mund bzw. die Kehle des aufnehmenden Partners. Dies setzt beim passiven Partner allerdings einige Erfahrung im Deepthroating voraus.

Wenn Dein Partner ganz besonders auf Deep Throating steht und Du ihm aber trotzdem unbedingt etwas Gutes tun möchtest, bringts nichts – dann musst Du wohl oder übel trainieren, trainieren, trainieren.

Deine größte Herausforderung dabei wird die Kontrolle Deines Würgereflexes sein. Dabei kannst Du erstmal mit einem Dildo oder Deinen Fingern üben. Als Hilfsmittel, um den Würgereflex währenddessen zu unterbinden, kann man zusätzlich ein Betäubungsspray oder ein Gleitgel verwenden, denn je weniger Reibung im Rachenraum stattfindet, desto geringer fällt der Würgereflex aus. Lass Dir allerdings Zeit und sei nicht frustriert, wenn es nicht sofort nach wenigen Tagen klappt. Es kann nämlich bis zu drei, vier Monate dauern bis sich ein erster Erfolg bemerkbar macht, je nachdem wie stark der Reflex bei Dir ausgeprägt ist.

Deep Throat – Anleitung

Stufe 1:

#1 Finde zuerst heraus, wo Dein Würgereflex beginnt. Am besten Du benutzt am Anfang Deinen Finger, eine Zahnbürste oder einen Dildo. Lege ihn auf Deine Zunge und schieb ihn langsam Richtung Kehle.

#2 Wenn Du nun an dem Punkt angekommen bist, an dem Dein Würgereflex einsetzt, ist es super wichtig, bloß nicht in Panik zu geraten, sondern Deinen Finger schön da zu lassen, wo er gerade ist und ihn nicht zu bewegen.

#3 Versuch Dich jetzt, zu entspannen und durch die Nase zu atmen. Lass Deinen Finger/Zahnbürste/Dildo 10 Sekunden lang in dieser Position.

#4 Regelmäßiges Training und ständige Wiederholungen sind dabei das A und O, um den Würgereflex zu reduzieren. Sobald Du Deinen Finger/Zahnbürste/Dildo an der Stelle aufsetzen kannst, ohne würgen zu müssen, kannst Du den Bereich weiter nach hinten ausdehnen. Arbeite Dich etwa 6-12 mm weiter in den Rachen. Das ist Deine neue Stelle. Übe nun diese Schritte 2-3, am besten sechs bis sieben mal die Woche.

Stufe 2:

Sobald der Reflex merklich abgenommen hat, startest Du mit Stufe 2. Da beim Ein- und Ausführen des Fingers bzw. Dildos der Würgereflex erneut stimuliert wird, üben wir nun die „Fickbewegung“. Wichtig: Bleib entspannt und atme weiterhin durch die Nase.

Dies übst Du weiter, solange bis Du ganz problemlos Deinen Finger/Zahnbürste/Dildo rein- und rausschieben kannst und Dich wohl dabei fühlst.

Jetzt noch ein paar Tipps für Männer:

#1 Vorsicht ist geboten! Ähnlich wie beim Analverkehr besteht bei mangelnder Entspannung, Vorbereitung oder Rücksichtnahme die Gefahr von Verletzungen. Überlass ihr am Anfang die Führung und dränge sie zu nichts. Das Tempo und die die Frage, wie tief sie deinen Penis in den Mund nimmt, muss ihr überlassen sein. Viele Männer machen auch den Fehler, kurz vor dem Orgasmus den Kopf der Partnerin mit „Gewalt“ festzuhalten – bloß nicht!

#2 Lass ihr Zeit. Es gibt wirklich nur wenige Frauen, die den Deep Throat wirklich beherrschen. Für die meisten ist es eine Herausforderung. Dein/e Partner/in braucht also Zeit zu üben, aber wenn ihr beide es wollt und dran bleibt, werdet ihr relativ schnell kleine Fortschritte erzielen. Wie beim Sport eben.

#3 Versucht verschiedene Positionen aus. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Allerdings gibt es ein paar Stellungen, die für Anfänger deutlich besser geeignet sind: Lass sie sich rücklings auf das Bett legen und ihren Kopf von der Bettkante nach unten hängen. Diese Position öffnet ihre Kehle und es entsteht dabei ein natürlicher Eintrittswinkel, der ihr die tiefe Aufnahme erleichtert.

#4 Revanchiere Dich. Sei Dir bewusst, dass ein Deep Throat nichts Selbstverständliches ist. Nicht nur, weil es die meisten erst wochenlang üben müssen, sondern auch weil es unangenehm und anstrengend ist. Man ist die meiste Zeit darauf konzentriert, richtig zu atmen, um nicht zu ersticken. Ich persönlich kenn keine einzige Frau, die es liebt und genießt einen Deep Throat zu servieren, und wenn dann wirklich nur, um ihm einen Gefallen zu tun. Es ist nun mal eher ein „Männerding“. Das soll heißen, wenn Dein/e Partner/in sich schon solche Mühe gibt, Dir Deine Fantasie zu erfüllen, solltest Du Dich vorher oder hinterher ausgiebig um sie/ihn und ihren/seinen Orgasmus kümmern.

#5 Nein heißt Nein. Nicht für jede Frau ist ein Deep Throat das wirklich Wahre. Wenn er/sie nicht will, hast Du als Mann leider die Arschkarte gezogen. Tja, blöd auch.

Was ist sonst noch zu beachten?

  • Beim Deep Throat entsteht viel Speichel. Wer damit ein Problem hat, für den ist der Deep Throat höchstwahrscheinlich nichts.
  • Falls ihr keinen Dildo zur Hand haben solltet, bloß KEINE LEBENSMITTEL wie Bananen, Gurken oder Würstchen verwenden, da sie abbrechen und euch im Rachen stecken bleiben könnten. Dann nehmt lieber die eigenen Finger, Kochlöffel oder die Zahnbürste. Im letzten Fall kann man seine Übungen sogar ganz einfach in die morgendliche Routine einbauen.
  • Kleiner Tipp: Wenn der Penis noch nicht voll erigiert ist, ist es einfacher, ihn komplett in den Mund zu nehmen, da er dann noch kleiner und zum anderen weicher ist.

Und wer jetzt denkt: Alles klar! Die Menschheit geht zugrunde, weil wir jetzt auch noch alle anfangen müssen, Deep Throats wie Pornodarstellerinnen zu verteilen. Entspannt Euch. Alles kann, nichts muss. Gab’s alles schon. Wird’s immer geben. Solange es Menschen auf der Welt gibt, wurde in sexueller Hinsicht schon alles gemacht oder ausprobiert. Gagging zum Beispiel wurde im antiken Rom als Sexualstrafe angewendet. Wie ihr seht, erfinden wir das Rad gerade nicht neu, wir reden nur darüber.

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